Die besondere Sorte Mensch

Erbauliches und Nachdenkliches aus dem Umland eines Großherzogtums

Alltagsgeschichten und besondere Momente prägen die Reportagen von Jean-Marie Backes – JEM. Es sind Berichte aus eher unbemerkten Ecken
Luxemburgs, wo er die Besonderheiten aufspürt, die den Charme dieser so eigenwilligen Region ausmachen.

In diesem Band widmet sich der Autor einmal mehr den Luxemburger Originalen. Von nebenberuflichen Schlagerstars vergangener Zeiten über Kleintierzüchter bis einem Mandolinenorchester stellt er wunderbare Charaktere vor und wirft einen Blick auf die eine oder andere großherzogtümliche Schrulle wie den Versuch, einen Bahnangestellten wegzurationalisieren, was dann aber gerade noch verhindert werden konnte. Er besuchte einen Bürgermeister der seit 41 Jahren ununterbrochen eine Gemeinde leitet und unterhält sich mit einem Gartenzwerg.
Aber er schaut den Luxemburgern auch gerne bei Alltagsgeschäften über die Schulter, so ist er diesmal bei Gesprächen an der Supermarktkasse dabei – natürlich im O-Ton auf Lëtzebuergesch. Auch die aus dem letzten Buch bekannten Zettel, die der Autor in Einkaufswagen, auf Parkplätzen und anderen Orten öffentlichen Lebens findet, sind wieder dabei.
JEM schreibt über die Menschen, die das Alltägliche bewerkstelligen, deren Hobbys eher traditionell sind – fernab von den großen politischen und gesellschaftlichen Themen.

ISBN 978-99959-812-8-0
156 Seiten DIN A5
Preis 14,80 Euro
Bestellung:durch Überweisung auf BCEE LU57 0019 6303 7596 3000
Vermerk: Die besondere Sorte Mensch
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Info: backes@pt.lu

Leseprobe:

„Du muss für die Menschen da sein!“

Ich bin mit Armand M. verabredet, dies in einem kleinen Ort in einer der kleinsten Gemeinden des Großherzogtums, früher war es die Gemeinde Wilwerwiltz und nach der Fusion trägt sie den schönen Flurnamen „Kiischpelt“. Die schmucken Orte Alscheid, Enscherange, Kautenbach, Lellingen, Merkholz, Pintsch und Wilwerwiltz bilden die Gemeinde .

Aber warum gerade Armand M.?

Armand ist seit 41 Jahren ununterbrochen Bürgermeister der Gemeinde Wilwerwiltz und später der Fusionsgemeinde Kiischpelt.
Ich fahre hin und nach Wilwerwiltz fährt man mit der Bahn, die Nordstrecke auf der Züge nicht an allen Haltestellen auch wirklich halten, doch in Wilwerwiltz tun sie das immer…

Warum?

Dazu später mehr!

„Das Gemeindehaus befindet sich direkt gegenüber dem Bahnhof meinte Armand am Telefon. Ein schönes Gebäude, fein heraus geputzt mit den Fahnen Luxemburgs und der EU .
Sofort erfährt der Besucher vor dem Kulturzentrum, das neben der Gemeinde steht, dass Wilwerwiltz im Kiischpelt ein ganz besonderer Ort ist. Der in Luxemburg einziger Schnittpunkt eines ganzzahligen Breiten- und Längengrades sei hier im Naturpark Our. 50 Grad N-6 Grad E. „Der Punkt ist genau gezeichnet und man kann ihn auch ohne GPS Gerät erreichen“ steht als Zusatzinfo auf der Anzeigetafel.

Ich begebe mich hoch zum Gemeindehaus, eine imposante Treppe mit einem neuen Geländer aus Schmiedeeisen und am Ende ein Hinweisschild man solle doch bitte geradeaus weitergehen bis zu Haupteingang. Ein Neubau schmiegt sich ans ehrwürdige alte Gemeindehaus. Die erste Tür, links neben dem Haupteingang ist schon das Büro des Bürgermeisters, man liebt in dieser Gegend direkte und kurze Wege.
„ bitte nehmen sie noch etwas Platz“ meinte die nette Dame an der Rezeption hinter einer schweren Glastür, wo auch gleichzeitig Bürgeramt und Sekretariat und Einnehmer sind.
Punkt zehn Uhr ließ mich dann Armand, Sohn eines Steinmetz und Junggeselle in sein modernes Büro. Komm wir setzen uns an diesen großen Tisch meinte er. 41 Jahre ununterbrochen Bürgermeister das sei doch eine Leistung stieg ich sofort ins Gespräch ein und der 67 jährige Armand, der
einen Kugelschreiber zwischen Daumen und Zeigefinger hin und her drehte, sagte lakonisch, ja die Leute wollten mich wohl immer wieder als Bürgermeister haben.

Seit 1976 bin ich hier Bürgermeister damals war es die Gemeinde Wilwerwiltz mit 700 Einwohnern.

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